Man schreibt das Jahr 1733. Auf der Hohen Straße in Camentz herrscht Aufregung, die Fuhrleute schimpfen. In der Elsterfurt ist ein Planwagen mit gebrochenem Rad liegengeblieben, schon seit einer Stunde kann kein Gefährt die Elsterfurt kurz vor den Toren der Stadt passieren.

Da tut schnelle Hilfe Not, und zum Glück gibt es gleich in der Nähe der Furt einen Schmied. Meister Gottfried Feuchtemeyer eilt mit seinem Schmiedegesellen zu Hilfe, und gemeinsam schleppen sie das kaputte Pferdegespann vor seine Schmiede. Die Reparatur geht gut voran, die Kaufleute können ihren Weg bald wieder fortsetzen, und es zieht wieder Ruhe ein in das Gebiet rund um die Elsterfurt. 


innungsbuchInnungsbuch von 1733So oder ähnlich könnte sich diese Szene abgespielt haben, der genannte Schmiedemeister wird jedenfalls in den Innungsbüchern der Schmiedeinnung Kamenz 1733 genannt und erscheint in den Bürgerbüchern der Stadt im Jahrgang 1696. Mehrere Generationen übten in der Nähe der Elsterfurt ihr Handwerk aus, und war die Berufsbezeichnung am Anfang des 18. Jahrhunderts noch Huf- und Waffenschmied, so nannte sich der Ururururenkel von Gottfried Feuchtemeyer, Richard Feuchtemeyer schlicht und einfach Schmiedemeister.

Auch das Berufsbild des Schmiedes änderte sich im Laufe der Jahre. Die Anfertigung und die Reparatur von Waffen verschwand, dafür mußten die Schmiede zunehmend Pferdewagen und Karren reparieren.


In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts öffnete sich plötzlich ein weiteres Betätigungsfeld. Die ersten Fuhrbetriebe entstanden und konnten oftmals die Hilfe des Schmiedes bei der Reparatur der ersten Lastkraftwagen und Anhänger nicht entbehren.

Welche Bedeutung man der Motorisierung beimaß, erkennt man daran, daß Richard FeuchtemeyerLehrbrief 1925 die erste Tankstelle in Kamenz gründete. Bereits im Jahre 1913 legte er seine Meisterprüfung ab. Um das Jahr 1929 herum bauten Feuchtemeyers ihren ersten LKW-Anhänger: mit stahlbereiften Achsen und Bremserhäusschen!

Erster HängerErster Hänger

Kurz nach dem Tode Richard Feuchtemeyers übernahm sein Schwiegersohn Gerhard Freudenberg 1952 den Schmiedebetrieb. Im Laufe der 50er Jahre nahm die Herstellung und Reparatur von Anhängern immer mehr an Bedeutung zu.

Trotz vielfältiger Schwierigkeiten im täglichen Geschäft - beispielsweise bei der Ersatzteilversorgung - wurde unter Gerhard Freudenberg aus der kleinen Schmiede ein moderner Handwerksbetrieb, in dem zwischenzeitlich 12 Mitarbeiter beschäftigt waren.

 


Durch eine für damalige Zeit nicht unbedingt übliche Zuvorkommenheit dem Kunden gegenüber sowie stete Hilfsbereitschaft bei der Bewältigung der täglichen Probleme unserer Kunden wurde der Name Feuchtemeyer bis über die Kreisgrenzen hinaus bekannt.

Nach bestandener Meisterprüfung 1992 übernahm der Enkelsohn von Gerhard Freudenberg, Ulf Berger am 1.1.1994 die Firma. Bereits 1994 wurde mit der Planung eines Neubaus im Gewerbegebiet Alte Windmühle begonnen. Neue HalleNeuer Unternehmenssitz

Am 14.7.1995 erfolgte der erste Spatenstich. Am 1.6.1996 eröffneten wir unsere 800 qm große Werkstatthalle.

Da sich jedoch der Fahrzeugbau immer mehr etablierte, wurde der Platzbedarf immer größer, unsere neue Werkstatt platze schon nach kurzem aus allen Nähten. 1999 entschlossen wir uns, noch einmal anzubauen.

Speziell auf die Bedürfnisse des Fahrzeugbaus zugeschnitten, wurde im Anbau eine Lackierkabine sowie eine Kranbahn eingebaut. Heute setzen wir die alten Firmentraditionen mit modernen Methoden fort und bieten Stahlbau- und Schlosserarbeiten und alle denkbaren Serviceleistungen rund ums Nutzfahrzeug an.